WM 2018: FIFA spricht Gastgeber Russland von Korruptionsvorwürfen frei

Von | 13. November 2014
Der Fußball-Weltverband FIFA

Foto: MCaviglia / Wikimedia

Die FIFA-Ethikkommission die beiden kommenden WM-Gastgeber Russland (2018) und Katar (2022) vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Die Entscheidung sorgt für weltweite Empörung, selbst Sonderermittler Michael Garcia will gegen den Abschlussbericht vorgehen.

Lange Zeit haben wir auf die Veröffentlichung des Abschlussberichts zu den Korruptionsvorwürfen gegen die beiden WM-Gastgeber Russland (2018) und Katar (2022) gewartet, heute morgen war es dann endlich soweit. Die FIFA-Ethikkommission hat ihren 42-seitigen Bericht veröffentlicht und beide Gastgeberländer vom Vorwurf der Korruption freigesprochen. Es ist jedoch kein Freispruch erster Klasse. Nach mehrjährigen internen Ermittlungen konnte die Kommission zwar zahlreiche Verstöße gegen moralische wie juristische Regularien des Fußball-Weltverbandes feststellen. Kein Vergehen sei jedoch so gravierend um Sanktionen gegen Russland oder Katar zu verhängen. Eine Neuvergabe der beiden WM-Endrunden ist damit endgültig vom Tisch. Auch gegen alle anderen ehemaligen Bewerberländer sowie aktuelle oder ehemalige Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees werden keine Strafen verhängt.

Auch wenn viele mit solch einem Ergebnis bereits gerechnet hatten, wurden heute im Laufe des Tages kritische Stimmen laut, die den Bericht und das Urteil in Frage stellen. Selbst der Chefermittler der FIFA-Untersuchungskammer, Michael Garcia, ist mit dem Urteil der Ethikkommission nicht einverstanden und hat seinen Unmut bereits öffentlich kund getan. In einem Statement bemängelte der ehemalige FBI-Ermittler zahlreiche unvollständige und fehlerhafte Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen und kündigte eine Berufung an.

In Deutschland äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Frank Steffel (Sportausschuss der CDU/CSU-Fraktion) wie folgt zu dem Freispruch:

Selbst wenn Korruptionsvorwürfe ausgeräumt wurden: Dieser Freispruch ist kein Freispruch von der moralischen und ethischen Verantwortung der

Liga-Präsident Reinhard Rauball mahnte nach dem Bericht der Ethikkommission vor zu großer Zufriedenheit:

Unabhängig von den Ergebnissen der Ethik-Kommission gibt es weiter gute Gründe, eine WM in Katar sehr kritisch zu sehen

Es ist kaum davon auszugehen, dass mit diesem Bericht das Thema endgültig beendet ist. Die Ethikkommission hat bereits angekündigt, dass weitere Untersuchungen durch die ermittelnde Kammer des gegen Einzelpersonen nicht ausgeschlossen seien. Darüber legte die Ethikkommission  einen Empfehlungskatalog für weitere strukturelle Reformen vor, darunter auch die erneute Forderung nach einer Amtszeitbeschränkung für Funktionäre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.