WM 2018 Spielorte: Wolgograd

WM 2018 Spielorte: Wolgograd

Foto: администрация Волгоградской области / Wikimedia

Zahlen, Daten, Fakten

Einwohner: Mit rund 1.022.000 Einwohnern zählt Wolgograd zu einer der vielen russischen Großstädte.

Lage: Am westlichen Ufer der Wolga gelegen, trennen Wolgograd und Moskau rund 1000km. In 400km Entfernung ist die nördliche Mündung des Flusses Wolga in das Kaspische Meer. Mit einer Breite von bis zu 10km erstreckt sich Wolgograd weit über 60km entlang des Ufers der Wolga. Wolgograd ist die einzige Stadt des Stadtkreises, da viele städtische Siedlungen im März 2009 eingemeindet wurden zur Stadt Wolgograd.

Touristische Highlights: Geprägt ist die Stadt durch typische Architektur aus Zeiten der Sowjetunion und des Spätstalinismus in den 50er und 60er Jahren. Zu den Highlights der Stadt zählen zweifelsohne die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad, dem Mamaj-Hügel, und die Wolga. Nicht weit von der Einmündung des Wolga-Don-Kanales in die Wolga entfernt, findet man die wohl größte Lenin-Statue in Russland. Die Monumentalstatue Mutter Heimat ruft ist ein ebenso sehenswertes Highlight in der Stadt.

Die Stadt und Ihre Geschichte

Wolgograd ging durch die Schlacht von Stalingrad im Winter 1942/43 in die Geschichte ein. Die Stadt ist ein bedeutsames Industriezentrum und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt innerhalb Russlands. Schon im Altertum war Wolograd und seine Umgebung eine wichtige Handelsroute, da sie optial gelegen ist an der Landenge zwischen Don und Wolga. Offizielles Gründungsdatum der Stadt ist der 2. Juli 1589. Zu diesem Datum wurde die Stadt als Festung gegründet. Diese Festung sollte Russland vor den Nomaden schützen, die aus dem Süden kamen. Heute ist von der einst gebauten Festung nichts mehr zu sehen, da der einstige Holzbau auf einer heute nicht mehr existierenden Wolgainsel gebaut wurde. Sie wurde nach einem Brand verlegt auf das rechte Wolgaufer. 1664 erst entstand das erste Steingemäuer. Während des Bürgerkrieges von 1917 bis 1920 wurden im ehemaligen Zarizyn, dem heutigen Wolgograd erbitterte Schlachten und Kämpfe ausgetragen, da sich die Stadt direkt an der Kreuzung der Transportwege für Lebensmittel vom Süden her nach Moskau und Petrograd befand. Bis zum 10. April 1925 wurde die Stadt Zarizyn genannt, bis dann zu Ehren von Josef Stalin die Stadt zu Stalingrad umbenannt wurde. Der Stadt Stalingrad wurde im Zuge der Entstalinisierung am 7.11.1961 in Wolgograd umbenannt. Seither trägt die Stadt diesen Namen. Bekannt wurde die Stadt also zweifelsohne durch Josef Stalin. Zur tragischen Geschichte Wolgograds zählt das Selbstmordattentat einer Selbstmörderin in einem Bus, bei dem im Oktober 2013 sechs unschuldige Passagiere ums Leben kamen. Doch damit nicht genug, denn nur wenige Monate später, am 29.12. zündete ein Attentäter seinen mit 19kg TNT geladenen TNT Sprengstoffgürtel. Bei diesem Anschlag kamen im Bahnhof neben dem Selbstmordattentäter weitere 17 Menschen ums Leben. Bereits einen Tag später fand ein weiterer Anschlag in einem Bus statt – hierbei kamen über 14 Menschen ums Leben. Zu den wichtigsten Industriezweigen in Wolgograd zählen neben dem Schiffbau, die Stahl- und Aluminiumproduktion, sowie der Anlagen- und Maschinenbau, doch auch die Schwarz- und Buntmetallverarbeitung, Erdölverarbeitung und Holz- und Nahrungsmittelbetriebe zählen dazu.

Anreise und Unterkunft

In Wolgograd ist ein breit gestreutes Straßenbahnnetz vorzufinden. Neben der Straßenbahn verkehrt auch eine spezielle Stadtbahn, die sich auf eine Strecke über 13,5km ausdehnt. 3,3km der Stadtbahnstrecke führen durch einen Tunnel. Die Anreise nach Wolgograd ist sowohl mit dem Flugzeug, als auch mit dem Zug möglich. Wolgograd ist zudem über Landstraßen mit dem Auto aus erreichbar. In Wolgograd selber bewegt man sich vorrangig mit der Stadt- und der Straßenbahn fort. Wer mit dem Flugzeug anreist, landet meistens direkt an einem der großen Moskauer Flughäfen, da der Flughafen in Wolgograd stark an Bedeutung als zentraler Flughafen in Russlands Süden eingebüßt hat. Fast nur in den Sommermonaten verkehren von Wolgograd aus Direktflüge ins Ausland, beispielsweise nach München. Alle anderen Flugreisenden werden über Moskau reisen müssen.

Touristische Highlights und Sehenswürdigkeiten

Wolgograd ist geprägt durch die typische Architektur aus Zeiten der Sowjetunion des Spätstalinismus in den 50er und 60er Jahren. Die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad ist ein oft besuchtes Highlight in der Stadt. Die größte Lenin-Statue in Russland findet man nicht weit von der Einmündung des Wolga-Don-Kanales in die Wolga. In Wolgograd findet man die Mutter-Heimat-Statue. Die Monumentalstatue misst 85 Meter und ist damit eine der höchsten Statuen der Welt. Das 33m lange und 14 Tonnen schwere Schwert ist das typische Erkennungszeichen dieser Statue, die insgesamt 7900 Tonnen wiegt. Entlang der Wolga lässt es sich gut spazieren gehen und verweilen.