Schweizer Staatsanwaltschaft untersucht die Vergabe der WM 2018

By | 28. Mai 2015
Der Fußball-Weltverband FIFA

Foto: MCaviglia / Wikimedia

Der Fußball-Weltverband FIFA wird derzeit von einem neuen Korruptionsskandal heimgesucht. Die US-amerikanische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen zahlreiche FIFA-Funktionäre eröffnet. Auch die Vergabe der WM 2018 wird neu untersucht, jedoch nicht von der US-Justiz sondern von der Schweizer Staatsanwaltschaft.

Seit gestern Morgen herrscht so etwas wie der Ausnahmezustand beim Fußball-Weltverband FIFA. Nach der Verhaftung von mehr als ein Dutzend hochrangigen FIFA-Funktionären und der Bekanntgabe, dass die Die US-amerikanische Justiz ein Strafverfahren wegen Korruption gegen showbox for ipad die Beschuldigten eröffnet hat, ist die Zukunft der FIFA und deren Präsidenten Sepp Blatter mehr als ungewiss.

Die Staatsanwaltschaft in New York hat ein Ermittlungsverfahren über die Vergabe von Medien-, Vermarktungs- und Sponsoringrechten bei der Austragung von Fußballturnieren in den USA und Lateinamerika eröffnet. Dabei sollen Schmiergeld in dreistelliger Millionenhöhe über US-amerikanische Banken geflossen sein. Vor allem Funktionäre aus Lateinamerika stehen dabei im Verdacht der Korruption.

Doch auch die Fußball-WM 2018 ist im Rahmen des aktuellen Korruptionsskandals erneut in den medialen Fokus geraten. Den zeitgleich zum US-amerikanischen Verfahren hat auch die Schweizer Staatsanwaltschaft gestern ein Strafverfahren über die Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 in Russland und 2022 in Katar eröffnet. Hierbei wurden im Hauptquartier des Fußball-Weltverbandes in Zürich elektronische Daten und Dokumente sichergestellt. Auch in diesem Verfahren wurden sechs FIFA-Mitglieder festgenommen, darunter auch Vize-Präsident Jeffrey Webb. Laut den Schweizer Behörden stehen die Verfahren und polizeilichen Maßnahmen jedoch in keinem Zusammenhang.

Der genaue Verdacht bei der WM-Vergabe 2018 (und 2022) lautet „ungetreue Geschäftsbesorgung sowie des Verdachts der Geldwäscherei gegen unbekannt“. Ähnlich wie in den USA sollen auch in diesem Verfahren Schmiergelder über Schweizer Banken geflossen sein.
Die beiden aktuellen Korruptionsfälle könnten den geplanten FIFA-Kongress und die Wahl eines neuen Präsidenten zum Kippen bringen. Während FIFA-Boss Sepp Blatter gestern noch betonte der Kongress und die Wahl stünden nicht zur Debatte wächst der Widerstand von den nationalen Verbänden. Die europäische Fußball-Union UEFA, zu der auch der DFB gehört, hat sich mittlerweile öffentlich für eine Verschiebung des Kongress ausgesprochen und droht mit einem Boykott der Veranstaltung.